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2026.06.04 · Software vs. Word · 8 Min. Lesezeit

Mobile Inspektions-App vs. Word-Vorlage — was ist wirklich schneller?

Die Begehung dauert 1–2 Stunden. Der Bericht 4–6. Ob Sie bei der Word-Vorlage bleiben oder auf eine mobile App umsteigen, hängt an einer sehr konkreten Rechnung. Mit echten Zeitmessungen: um wie viel schneller der Prozess wird — und wann sich der Wechsel nicht lohnt.

Der klassische Word-Ablauf, Schritt für Schritt

Die Begehung selbst dauert 1–2 Stunden vor Ort. Das ändert sich nicht. Die Zeit geht für das drauf, was danach kommt — zu Hause, am Rechner. Für einen mittelgroßen Bericht (5–10 Feststellungen) sieht das so aus:

Vier bis sechs Stunden Nacharbeit für einen durchschnittlichen Bericht. Zwei oder drei Standorte pro Woche, und das sind 60–100 Stunden Verwaltung im Monat — Word-Bearbeitung statt Facharbeit.

Der Ablauf auf Handy / Tablet

Dieselbe Begehung. Nur wird alles vor Ort erstellt, nicht hinterher. Sie erfassen Feststellungen im Vorbeigehen: ein oder zwei Sätze Beschreibung, das Foto direkt an die Feststellung angehängt. Kein späteres Zuordnen, denn die App verknüpft beides schon bei der Erfassung. Die Risikobewertung ist ein Tipp auf einer fünfstufigen Skala, umbenennbar für Ihr Fachgebiet. Wo Vorschriften greifen, schlägt eine AI aus Ihrer Beschreibung die passenden aktuellen Regeln vor — ein Tipp und sie stehen drin. Kein Paragrafen-Suchen. Die Unterschrift wird mit dem Finger vor Ort geleistet. Am Ende erzeugt ein Knopf das PDF und Word und öffnet die E-Mail in Ihrem eigenen Programm mit fertigem Anhang. Das Erfassen während der Begehung dauert etwa so lange wie handschriftliche Notizen — Sie tippen es hinterher nur nicht ab. Nacharbeit: 5 Minuten.

Wann Sie bei Word bleiben sollten

Eine mobile App lohnt sich nicht für jeden. Bei 1–3 Begehungen im Jahr zahlt sich ein monatliches Abo nicht aus — Word ist dann wirklich die bessere Wahl. Wenn Sie mit einer maßgeschneiderten, pixelgenauen Firmenvorlage und eigenen Diagrammen arbeiten, ist der Umstieg Zusatzaufwand, der sich womöglich nicht rechnet. Für manche Fachleute über 60 ist das Erfassen am Handy ehrlich gesagt langsamer als das gewohnte Notizbuch — hier schlägt Gewohnheit die Geschwindigkeit. Und es gibt Prüfarten, bei denen das Word-Format schlicht die anerkannte Norm ist; was funktioniert, muss man nicht ändern.

Wann sich der Wechsel lohnt

Bei zwei oder mehr Begehungen pro Woche übersteigt der Wert der eingesparten Zeit (4–6 Stunden pro Bericht) das Abo schon im ersten Monat. Mit mehr Kunden und wiederkehrenden Feststellungen ist allein die Bibliothek die Ersparnis: Sie schreiben das 200. „Feuerlöscherprüfung überfällig" nicht 200-mal — Sie holen es mit einem Klick herein. Im Team (zwei oder mehr Fachleute an einem Objektbestand) beendet ein gemeinsamer Arbeitsbereich die Frage „welche ist die neueste Version?". Und auf Kundenseite: Schicken Sie den Bericht zwei Tage später, sind Sie der Langsame; übergeben Sie ihn vor Ort, sind Sie der Profi.

Der Return on Investment, in Zahlen

Die Nacharbeit an einem Bericht beträgt 4–6 Stunden. Bewerten Sie Ihre Zeit mit 30–60 € pro Stunde, sind das 120–360 € gebundene Kosten je Dokument. Gegen einen Plan, der bei 39 €/Monat beginnt, geht die Rechnung schon nach dem ersten oder zweiten Bericht auf. Alles danach ist Zeit, die Sie zurückbekommen — mehrere Begehungen pro Woche bedeuten, dass sich der Unterschied in ganzen Arbeitstagen pro Monat bemisst.

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Geschrieben von Anna Csőgör — Brandschutz- und Arbeitssicherheitsingenieurin, 28 Jahre im Fach und Gründerin von TUZKEMPRO.

Zu den Zeitangaben: Durchschnittswerte aus meiner eigenen Praxis, abgeglichen mit anderen Fachleuten. Ihre eigenen Ergebnisse variieren je nach Komplexität des Standorts und Ihrer Arbeitsweise.